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16.Dezember 2019

Veranstaltung:

Autonomes Fahren auf der Anklagebank

Eine fiktive Gerichtsverhandlung zu selbstfahrenden Autos
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), 19–20.30 Uhr

Künstliche Intelligenz (KI) – das sind Computersysteme, Maschinen und Roboter, die selbstständig dazulernen können. KI steckt im Smartphone, in Verkehrsleitsystemen und in vielen Maschinen in Haushalt und Fabrik. Ersetzen Roboter Menschen oder verbessern sie unser Arbeitsleben und unseren Alltag? Wie kann KI verantwortungsvoll genutzt werden? Darüber will das Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz einen gesellschaftlichen Dialog anstoßen. Die Vision klingt vielversprechend: Schon bald sollen wir uns im Auto bequem und sicher zurücklehnen können und die freie Zeit für sinnvollere Beschäftigungen nutzen, als die Aufmerksamkeit ständig auf die Straße richten zu müssen. Zugleich schüren Nachrichten von Unfällen mit (teil-)autonomen Fahrzeugen Zweifel an der Reife der Technologie und werfen Fragen auf: Wie weit ist die wissenschaftliche und technische Entwicklung auf dem Weg zum autonomen Fahren tatsächlich? Welche Hürden stehen der Einführung der Technik noch im Weg? Kann ein Mensch im Ernstfall tatsächlich innerhalb kürzester Zeit eingreifen, nachdem er zuvor ein Buch gelesen hat? Nach welchen ethischen Gesichtspunkten lassen wir die Algorithmen in Gefahrensituationen entscheiden?

In einer fiktiven Gerichtsverhandlung soll über den Umgang mit selbstfahrenden Autos verhandelt werden. Juristinnen und Juristen stellen das Gericht, die Anklage und Verteidigung dar, Expertinnen und Experten fungieren als Sachverständige, während das Publikum den vorgetragenen Argumenten als Jury zuhört. Nach der Verhandlung berät sich das Publikum und entscheidet ihrerseits über den überzeugendsten Umgang mit selbstfahrenden Autos. Das Format stellt einen leichten Zugang zu dem komplexen Themengebiet des autonomen Fahrens dar und bietet die Möglichkeit, das Thema auf anschauliche Art und Weise zu vermitteln. Gleichzeitig wird das Thema explizit von mehreren Standpunkten besprochen, um einen bestmöglichen Überblick zu verschaffen.

Ein Interview mit weiteren Informationen über das Veranstaltungsformat finden Sie hier.

Diskutieren Sie mit: 

Prof. Dr. Susanne Beck, LL.M. (LSE)
Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhlinhaberin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie

Dr. habil. Weert Canzler
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik und Sprecher des Leibniz-Forschungsverbundes Energiewende

Dr. Anja Katharina Huemer
Technische Universität Braunschweig, Institut für Psychologie

Prof. Dr. iur. Ralf Imhof
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Professur für Wirtschaftsprivatrecht

Prof. Dr. Markus Maurer
TU Braunschweig, Institut für Regelungstechnik

Rainer Rehak
Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, Forschungsgruppe „Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung“

Ass. iur. Daniela Sprengel
Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie